Rielingshäuser Schulgeschichte

Von Albrecht Gühring

Die Anfänge der Schule im 16. Jahrhundert

 

Das Schulmeister- und Mesneramt

Unter Herzog Christoph wurden seit 1550 die bestehenden Stadtschulen des Amtes in Marbach und Großbottwar als Lateinschulen verbessert. Sog. Teutsche Schulen bestanden im Amt Marbach vor 1559 in Affalterbach, Beilstein, Kleinaspach, Marbach, Murr und Oberstenfeld. Den Unterricht hielt der Mesner. Ein besonderer Lehrer war nur in Marbach und Oberstenfeld angestellt. Die Einrichtung Deutscher Schulen wurde durch die große Kirchen- und Schulordnung 1559 zur Pflicht, wobei die Mesner das Schulmeisteramt übernehmen sollten. Die Schüler waren in drei Gruppen zu unterteilen, von denen die erste Buchstabieren, die zweite das Zusammenfügen der Silben und die dritte zusammenhängendes Lesen und Schreiben lernte.

Über die Anfänge der Schule in Rielingshausen ist wenig bekannt. Wahrscheinlich wurde ein geregelter Schulbetrieb erst nach Verabschiedung der Kirchen- und Schulordnung 1559 aufgenommen. In den ersten Jahrzehnten war es üblich, daß die Schulmeister aus dem Dorf selbst durch Schultheiß, Gericht und Rat im Beisein und mit Vorwissen des Pfarrers gewählt wurden. Die Bestätigung erfolgte durch den herzoglichen Kirchenrat in Stuttgart.

Das Amt des Schulmeisters war auch in Rielingshausen anfangs ein Nebenamt des Mesners. Noch 1600 erhielt der Mesner, da er, wie es heißt, auch Schule hielt, von jedem Schulkind zehn Schilling Schulgeld oder Naturalien. Die Schule wurde nur im Winter abgehalten und war ausschließlich den Knaben vorbehalten war. Schulmeister Gall Martin Lempp unterrichtete um 1600 25 Schüler. Statt des üblichen Mesnerlaibs pro Kind als Schulmeisterlohn reichten die Eltern im Regelfall die sog. Mesnergarbe. Den Großzehnten erhielt der Mesner und Schulmeister aus insgesamt 57 Morgen vom Ballreichshof, dem Söldenlehen und den Pfaffenäckern